Mutter Burnout

Was ist das Mutter-Burnout? Wenn eine Mutter restlos überfordert ist, mit den Verpflichtungen und Anforderungen ihrer Lebensbedingungen. Wenn sie wenig oder keine Reserven mehr besitzt, um mit der täglichen Beanspruchung ihrer Kraft, ihrer Zeit und ihrer ganzen Person fertig zu werden.

Es gibt verschiedene Stufen des Mutter-Burnouts, angefangen bei einem Zustand, in dem man sich befindet, wenn man mal wieder eine Nacht mit dem kranken Kind durchmachen musste und niemand da ist, der einem am nächsten Tag zur Hand gehen könnte – bis hin zu den Extremen einer Psychose. Egal in welchem Stadium sich eine Mutter befindet -sie braucht Hilfe.

Wie fühlt sich eine ausgebrannte Mutter?

  • Ich bin überfordert.
  • Ich ärgere mich über jede Kleinigkeit.
  • Ich explodiere beim geringsten Anlass.
  • Ich muss hier raus!
  • Ich habe die Dinge nicht unter Kontrolle.
  • Ich habe Angst meinem Kind wehzutun.
  • Ich möchte meinem Kind am liebsten eine scheuern!
  • Ich möchte SCHREIEN.
  • Ich könnte den ganzen Tag heulen.
  • Ich nehme es meinem Kind übel, solch starke Bedürfnisse zu haben.
  • Ich fühle mich schuldig, es ihm übel zu nehmen.
  • Ich beneide mein Kind darum, dass es seine Bedürfnisse erfüllt bekommt – ganz im Gegensatz zu mir!
  • Ich fühle mich schuldig, weil ich meinen Mann und die älteren Geschwister so schlecht behandle.
  • Ich fühle mich schuldig, weil ich andauernd rumbrülle.
  • Nichts macht mehr Spaß.
  • Ich komme morgens nur schwer aus dem Bett.
  • Ich beneide meinen Mann darum, dass er den ganzen Tag das Haus verlassen kann.
  • Selbst wenn nur eine Kleinigkeit schiefgeht, bin ich sofort überfordert.
  • Mir kann man nichts recht machen.
  • Ich bin erschöpft.
  • Ich bin erschöpft, selbst wenn ich genug Schlaf bekommen hab.
  • Ich kann vor lauter Erschöpfung nicht schlafen.
  • Ich möchte die ganze Zeit schlafen.
  • Ich möchte nichts essen und nehme ab.
  • Ich esse den ganzen Tag und nehme zu.
  • Ich mache alles falsch.

Welche Gründe kann das Mutter-Burnout haben?

Die Zeit direkt nach der Geburt ist wohl die Zeit, die am meisten an den Kräften zehrt. Schon die Geburt selbst ist eine ungemeine körperliche Anstrengung und der Körper braucht danach Erholung. Hier ist es normal, dass eine junge Mutter nach dem Krankenhaus-Aufenthalt sowohl für das Neugeborene sorgen als auch den Haushalt schmeißen muss. In anderen Gesellschaften gibt es für diese erste Zeit eine Doula, eine tatkräftige Unterstützung, die die Frau nach der Entbindung entlastet.

In Gesellschaften, in denen Müttern großer Respekt gezollt wird (was bei uns leider nicht der Fall ist), würde nie jemand zweifeln, ob die Mutter in der Lage ist ihre Kinder zu ernähren und aufzuziehen. Aber gerade in diesen Gesellschaften wird die Mutter mit dem Aufziehen nicht allein gelassen.

Leider wird uns in unserer Gesellschaft das Gefühl gegeben, wir seien nicht mehr dazu in der Lage das zu tun, wozu wir eigentlich doch geboren wurden – unsere Kinder großzuziehen. In unserem Land wird von jeder Frau erwartet, dass sie es ohne fremde Hilfe schafft und so leiden viele unter Schlafmangel, Energiemangel (Stillen ist auch sehr kräftezehrend), Hormonturbulenzen, verspäteten oder ganz ausgefallenen Mahlzeiten, zusätzlichem Energiebedarf, zusätzlicher Wäsche und allem was sonst noch dazu gehört, wenn das Leben nun mal weitergeht. Im Falle eines Schreibabys muss eine Mutter auch noch den ganzen Tag auf den Beinen sein, um ihr Baby zu beruhigen.
Das allein würde schon ausreichen, eine gesunde Frau an den Rand des Burnouts zu treiben.

Sorgen einer Mutter

Auch Sorgen sind kräftezehrende Angelegenheiten und davon hat eine junge Mutter mehr als genug. Werde ich eine gute Mutter sein? Bin ich überhaupt dazu in der Lage? Was ist überhaupt eine gute Mutter?

Wenn das Baby zu oft aufwacht, fragt sie sich, ob irgendwas nicht stimmt – Wenn das Baby länger schläft als erwartet, fragt sie sich genau das Gleiche. Warum zappelt das Baby heute so rum? Warum möchte es heute öfter trinken als gestern? Wenn das Baby wieder anfängt zu schreien – wird das, was gestern funktioniert hat, heute auch noch funktionieren?

Kurz: Eine Mutter verbringt den Tag damit, für ihr Kind zu denken. Und solange sie nicht schon Erfahrung haben, gibt es tausend Dinge, die ihr da durch den Kopf schießen könnten. Und das ist erst der Anfang! Was wird erst sein, wenn das Kind älter wird? Krabbeln kann? Zur Schule muss?

Die Liste an Sorgen wächst ins Unendliche, wenn man sie lässt – kein Wunder, dass es uns unserer Energie beraubt.

Persönliche Resourcen einer Mutter

Meist ist es unerheblich, wie viel wir wissen oder was unser Herz uns sagt – Mutter sein kommt meist aus dem Bauch heraus. Grundsätzlich ist eine intuitive Herangehensweise an unser Kind natürlich das, wonach wir streben. Leider können wir immer nur in einem Maße intuitiv handeln, in dem uns selbst als Kind diese Intuition zu Gute gekommen ist. Das heißt, wenn sie keine Zeit zum Überlegen hat, dann wird eine Mutter ihrem Kind das antun, was ihr selbst angetan wurde. Im Guten, wie im Schlechten.

Was kann ich gegen Mutterburnout machen?

Es gibt verschiedene Wege um die einzelnen Symptome eines Burnouts zu behandeln. Hier sollen nur kurz ein paar Vorschläge zum Leben mit normalem Burnout gegeben werden. Sollten Sie aber schon nachts nicht schlafen können, morgens nicht aus dem Bett kommen und Selbstmordgedanken mit sich herumtragen, dann benötigen Sie natürlich professionelle Hilfe.

Körperliche Stärkung wichtig

Neben der Erfüllung der kindlichen Bedürfnisse stehen das eigene Verlangen nach Schlaf und Entspannung an erster Stelle. Die Hausarbeit kann zunächst warten und die Einkäufe kann vielleicht mal jemand anderes übernehmen? Unterschätzen Sie niemals die Auswirkungen einer schlechten Kondition auf ihre mütterlichen Fähigkeiten und nehmen Sie unbedingt auch ihre eigenen Bedürfnisse ernst. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, wo Sie nur können – Verwandte, Bekannte, Nachbarn, Doula, oder was immer Ihnen das Leben erleichtern mag. Hetzen Sie nicht durch die Gegend und achten Sie darauf genug Wasser & Nahrung zu sich zu nehmen (wenn vor lauter Stress die Milch versiegt, fängt das Baby erst recht an zu quengeln). Versuchen Sie es mit kurzen Entspannungs- oder Atemübungen und seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Was sie hier grad leisten müssen, ist Schwerstarbeit.

Weniger Sorgen

Viele unserer Sorgen als Eltern stellen sich im Nachhinein als unnütz heraus. Es kann natürlich immer etwas passieren oder nicht stimmen, aber mit der Zeit kennt man sein Kind gut genug um genauer abschätzen zu können, ob die Situation weitere Maßnahmen erfordert oder ob sich alles von selbst wieder gibt. Eine Prise Gelassenheit macht vieles einfacher und eine sich offensichtlich sorgende Mutter überträgt diese Stimmung natürlich immer auch auf ihr Baby.

Lassen Sie die Finger von Baby-Magazinen und Büchern, die gegen ihr Bauchgefühl reden und suchen Sie sich andere Eltern, die Ihre Ansichten teilen (siehe Forum) und sie in ihrem eigenen Weg bestärken.

Und eines sollte Ihnen sicher sein: Sie sind der einzig legitime Experte, wenn es um das Wohlsein ihrer Kinder geht. Auch wenn man als Mutter beim ersten Kind noch sehr verunsichert ist (gerade wenn es untröstlich schreit), so wird man doch mit seinen Aufgaben wachsen.