Erfahrungsbericht Marlene

Meine Tochter kam per Kaiserschnitt auf die Welt, weil ihr Dickkopp nicht auf normalem Wege raus wollte. Schon der erste Schrei klang sehr energisch. Sie wurde mir von den Schwestern gebracht. Ich hörte sie schon ein paar Meter durch die geschlossene Tür. So energisch schrie meine Tochter nach der Brust.

Zuhause steigerte sich die Schreifrequenz stetig. Bis sie 3,5 Monate alt war, konnte ich die Uhr danach stellen: Pünktlich von 19 – 24 Uhr schrie sie sich die Lunge aus dem Leib.

Unser Programm sah so aus:

Stillen, Tragen, Stillen, Fliegergriff, Stillen, Tragen, Stillen, Bauch massieren, Stillen, sacht auf den Windelpopo trommeln, dabei weiterhin tragen … bis die Arme abfallen (hatte noch kein Tragetuch.

… um irgendwann erschöpft im Bett zu landen. Das Baby bäuchlings auf den Knieen und die Knie auf- und abgewippt.
Ich weiß nicht mehr genau, wie ihr Schlafrhythmus war – obwohl, es gab gar keinen Rhythmus. Auf jeden Fall schläft sie noch heute mit ihren 10 Jahren relativ wenig. Außer sie ist krank.

Veränderungen = Stress

Veränderungen – wie Kindergartenbeginn  und Schulbeginn waren für sie Stress-Situationen. Besonders extrem war der Kindergartenbeginn.

Nach Ende der Schreiphase wurde es besser. Klar kamen andere Phase, die das “Zusammenleben” erschwerten.
Wobei, die Trotzphase nie so extrem waren. Damit konnte ich besser umgehen als mit der Schreiphase.

Jetzt mit 10 Jahren, ist sie eine Persönlichkeit geworden, die gerne diskutiert und hinterfragt. Ein “das ist ebenso” akzeptiert sie nicht. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und kann sowohl schlichten als auch sich durchsetzen – wenn nötig. Ebenso kann ich mich auf sie verlassen. Mein Vertrauen hat sie noch nie missbraucht – eben, weil ich ihr vertraue.

Mein – für manche aufopfernd aussehender – Einsatz hat sich gelohnt. Das lange nach Bedarfstillen sowie das Familienbett und das Tragen, hat mich im Endeffekt vor dem Kollaps bewahrt. Ich weiß, dass es unvorstellbar ist, dass das Baby jemals aufhören wird zu schreien. Es kommen zum Teil aggressive Gefühl in einem hoch. Gedanken über die man erschrickt, weil eine Mutter ihr Kind doch bedingungslos lieben sollte. In dem Moment sollte mutter sich nicht scheuen, einen lieben, verständnisvollen Menschen anzurufen.
Bei mir war es unser Kinderarzt, der mir damals seine Privatnummer für solche Fälle gab.