Mein Schreibaby

Warum schreit mein Baby?

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Ständig am Trinken

Ein weiteres auffälliges Merkmal ist, der ständige Wunsch nach der Brust. Wenn man es nicht besser weiß und von außen mal wieder Ratschläge auf einen einprasseln, könnte man schon denken, dass die Babys schreien weil sie einfach nicht genug Milch bekommen und nicht satt werden. Wehe dem, der dann schnell sein Baby von der Brust entwöhnt mit Hoffnung auf Besserung. Erst dann wird einem klar, dass das Stillen besonders bei Schreibabys „lebensrettend“ für Mama und Kind ist.

Denn Stillen steht nicht nur für Ernährung, es ist so viel mehr. Hautkontakt und Körperwärme spenden dem Knirps Trost und Geborgenheit. Studien beweisen, dass nach Bedarf gestillte Kinder weniger schreien als ihre nach Zeitplan gestillten Artgenossen.

In Kulturen, in denen Babys so gut wie nie schreien, trinken diese 20 Mal und mehr am Tag. Diese Zahl hört sich unglaublich hoch an, wenn man sie mit unseren westlichen Trinkplänen vergleicht, sie relativiert sich jedoch, wenn wir feststellen, dass die Babys dafür nur kurze Zeit an der Brust sind. Außerdem sind in diesen Kulturen die Babys in ständigem Körperkontakt und haben somit unbegrenzten Zugang zur Brust (Ach, herrlich!).

Dass solche Kulturen von den westlichen Menschen als primitiv abgestempelt werden, verdienen sie nicht – schließlich sind es unsere Kinder die schreien!breastfeeding

Während Flaschenkindern leider keine Flasche zur Beruhigung gegeben werden kann, braucht man sich beim Stillen nicht nur keine Sorgen machen, sondern dem Kind mit bestem Gewissen die Brust geben, wann immer es danach verlangt und man selbst dazu bereit ist. Der Milchgehalt ist anpassungsfähig und gleicht sich den Mahlzeiten an, wird viel getrunken ist sie dünner, wird wenig getrunken dicker – aber immer gesund!

Vieltrinker bleiben selten übergewichtig, auch wenn sie als wohlgenährte Säuglinge in das Leben starten.

Auch das Nuckeln an sich beruhigt die Babys, das ist allgemein bekannt. Leider wird dieses Wissen dazu genutzt es auszunutzen. So bekommt es einen kalten, sterilen Schnuller in den Rachen gesteckt und darf jetzt bitte die nächsten 2 Stunden ruhig sein. Das aber war von der Natur nicht vorgesehen – die Nuckelbedürfnisse eines Babys sollen von seiner Mama gestillt werden. Und wenn die Brust mal `ne Pause braucht, tut`s vielleicht auch mal der kleine Finger.

In den ersten Wochen sollte man allerdings auf alles außer der Brust verzichten, da es zur Saugverwirrung kommen kann.

Stillen ist auch deswegen „lebensrettend“, weil es die Ausschüttung des Hormons Prolaktin in Gang setzt. Dieses sogenannte „Mutter-Hormon“ gibt der Mama die Kraft die sie braucht um solch anstrengende Zeiten unbeschadet zu überstehen. Prolaktin mildert die Folgen von Schlafmangel und sorgt dafür, dass Mama auf einmal über sich hinaus wächst.

Wie lange gestillt werden sollte, hängt natürlich davon ab, ob beide Parteien noch glücklich sind in ihrer Stillbeziehung. Fakt ist jedoch, dass alles Abstillen unter einem Jahr kontraproduktiv wäre, da man dann auf künstliche Milch umsteigen müsste – und warum sollte man das tun, wenn einem was viel besseres zur Verfügung steht?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt übrigens ein Stillen „in den ersten zwei Jahren und darüber hinaus“. Wenn das Stillbedürfnis des Kindes aufhört, stillen sich Kinder von selbst ab. Oder man muss halt diskutieren ;-)

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