Viele Eltern haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie den Forderungen ihres Babys nach Nähe und Zuwendung nachgeben. Das ist sehr schade, denn genau das ist es, was ein Baby zur vollen Entwicklung seiner Potenziale benötigt.
In unserer Gesellschaft allerdings ist man sehr früh darauf bedacht, den Kindern Unabhängigkeit abzuringen, obwohl echte Unabhängigkeit nur dann entsteht, wenn diese vom Kind ausgeht.
Wir sehen die Bedürfnisse des Kindes als etwas, das gestillt werden muss, bevor das Kind den nächsten Entwicklungsschritt nehmen kann. Ungestillte Bedürfnisse hingegen werden eine Person ein Leben lang begleiten und gegebenenfalls in veränderter Form erneut auftauchen.
Man kann ein Baby nicht verwöhnen, das haben Forscher inzwischen durch zahlreiche Studien bewiesen.
“Auch heute spukt ein Vorurteil in den Köpfen vieler junger Eltern herum, das ebenso unnütz wie schädlich ist: Viele glauben, man könne ein Baby zu sehr verwöhnen. Man kann jedoch ein Baby im ersten Lebensjahr gar nicht verwöhnen. Es hat ausschließlich elementare und lebenswichtige Bedürfnisse nach Nahrung, Wärme, Liebe, Zärtlichkeit und Nähe. Davon gibt es kein Zuviel, nur ein Zuwenig. Lassen Sie Ihr Kind nicht schreien und umsonst nach Ihnen rufen, auch wenn Sie noch so müde sind. Kuscheln und schmusen Sie mit ihm so oft wie möglich. Und auch wenn Sie sein Zimmer noch so schön eingerichtet haben: Es braucht kein schickes Zimmer, sondern Ihre Nähe. Es ist eine schlechte Sitte unserer unterkühlten Zeit, sein Kind “wegzulegen”, es in einem eigenen Zimmer, einem eigenen Bett und damit abseits vom Familienleben unterzubringen. Kein Naturvolk würde dies tun. Dort sind die Babys immer am Mann oder der Frau, ob bei der Arbeit oder beim Schlafen. Diese Babys schreien fast nie, sie sind rundum zufrieden und haben eine prima Chance, zu glücklichen und vertrauensvollen Erwachsenen heran zu reifen…”
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